Wir haben in den Kapiteln "Umweltbelastung" und "Ernährung in der Schwangerschaft" schon sehr ausführlich über Gifte gesprochen, die wie unbewusst zu uns nehmen. Eine weitere und letzte Kategorie beschäftigt sich mit Drogen, die wir freiwillig zu uns nehmen. Gemäß Definition der Weltgesundheitsorganisation ist eine Droge jeder Wirkstoff, der in einem lebenden Organismus Funktionen zu verändern vermag. In diesem Anschnitt befassen wir uns mit Drogen die zur Herbeiführung eines Rauschs, zur Bewusstseinserweiterung oder auf Grund von Abhängigkeit aufgenommen werden. Sie werden auch als Rauschmittel bezeichnet. Die weltweit am weitesten verbreiteten Drogen sind Koffein (in Kaffee und Schwarztee), Nikotin (im Tabak), und Alkohol. Nikotin und Alkohol gehören sogar zu den zehn gefährlichsten Drogen überhaupt.



Nikotin


Rauchen hat vor, während und nach der Schwangerschaft messbare medizinische Folgen. Vor der Schwangerschaft verringert es die Fruchtbarkeit von Mann und Frau, sodass Raucherinnen durchschnittlich länger auf ein Baby warten müssen. In der Schwangerschaft schadet es dem Kind und führt zu mehr Fehl- und Frühgeburten. Und nach der Schwangerschaft schließlich erhöht es das Risiko für verschiedene Krankheiten.

Zigarettenrauch enthält etwa 4.000 verschiedene giftige und krebserregende Substanzen, wie Arsen, Benzol, Blausäure, Blei, Kadmium, Kohlenmonoxyd und Teer. Dies weiß im Prinzip jeder, dennoch greifen zu Beginn der Schwangerschaft noch immer 33 % der Frauen zur Zigarette.  Hinzu kommt der Passivrauch, der trotz legislativer Einschränkungen uns noch immer in vielen Bereichen trifft.

Rauchen vermindert die Durchblutung der Eierstöcke und der Gebärmutter sowie der Hoden. Das hat zur Folge, dass Raucherinnen nicht so leicht schwanger werden. In einer dänischen Studie waren nach sechs Monaten in der Gruppe der Raucherinnen ein Drittel weniger Frauen schwanger als in der Gruppe der Nichtraucherinnen. Rauchende Männer haben insgesamt weniger Samenzellen als Nichtraucher und einen höheren Anteil an missgebildeten Samen. Dies kann zu Unfruchtbarkeit führen (nach einer finnischen Studie waren 27,8 Prozent der Nichtraucher unfruchtbar, aber 41,9 Prozent der Raucher). Möglicherweise kann dies auch zu Missbildungen beim Kind führen.

Nikotin verengt die Blutgefäße, die das ungeborene Kind mit Nahrung und Sauerstoff versorgen. Zusätzlich vermindert das im Tabakrauch enthaltene Kohlenmonoxid den Sauerstofftransport im mütterlichen Blut (Achtung Passivrauchen!). Wenn werdende Mütter regelmäßig rauchen, lassen die Blutgefäße nicht ausreichend Sauerstoff und Nährstoffe für die Versorgung des Kindes durch. Folge: Das Kind erhält von beidem zu wenig und bleibt im Wachstum zurück.  Kinder von Raucherinnen wiegen bei der Geburt im Durchschnitt 200 bis 300 Gramm weniger als die Kinder von Nichtraucherinnen, wobei diese Werte auch von der Zahl der gerauchten Zigaretten abhängen. Wenn ein Baby zu klein ist, obwohl es nicht zu früh geboren wurde, spricht man von „Mangelgeburt". 30 bis 40 Prozent aller Mangelgeburten und bis zu 14 Prozent aller Frühgeburten werden durch Rauchen verursacht. Manchmal schädigt das Rauchen die Durchblutung des Mutterkuchens nämlich so gravierend, dass er sich vorzeitig ablöst und zu einer Fehlgeburt führt.

Die Ausscheidung von krebserregenden Stoffen im Urin von Babies ist etwa zehnmal höher als bei den Müttern. Das bedeutet: Krebserregende Stoffe werden in hoher Konzentration an das Ungeborene weitergegeben. Die Giftstoffe aus der Zigarette gelangen ungefiltert über die Plazenta in den Blutkreislauf des Ungeborenen. Die Ungeborenen nehmen Nikotin über die Nabelschnur auf, verarbeiten es über die Leber und scheiden es durch die Nieren wieder aus. Das Baby wird also bereits im Mutterleib extrem an Leber, Niere und den ableitenden Harnwegen geschädigt. Durch die Aufnahme von Fruchtwasser im Mutterleib durch die Lunge und beim Schlucken sind ebenfalls Schädigungen zu befürchten.

Neue wissenschaftliche Untersuchungen weisen darauf hin, dass Rauchen das Gehirn des ungeborenen Kindes schädigt.

Aggressives Verhalten bei Kindern scheint nach neuesten wissenschaftlichen Studien ebenfalls in einem engen Zusammenhang mit dem Rauchverhalten der Mütter zu stehen. Laut medizinischer Studien ist das Risiko für Babies rauchender Mütter, an Allergien und Asthma zu erkranken, um 30 % höher.

Es besteht ebenfalls ein Zusammenhang zwischen Rauchverhalten und Missbildungen, Infektanfälligkeit und Entwicklungsverzögerungen.

Wissenschaftler der Medizinischen Uni Hannover haben herausgefunden, dass Rauchen ein gravierender, bislang jedoch stark unterschätzter Risikofaktor für den Plötzlichen Kindstod ist. Frauen, die während der Schwangerschaft eine Schachtel Zigaretten täglich rauchen, erhöhen das Risiko, dass ihr Baby später an "Plötzlichem Kindstod" stirbt, um mindestens das Siebenfache.


Die nachfolgende Tabelle zeigt zusammengefasst die Ergebnisse vieler Studien, die sich mit den Auswirkungen des Rauchens auf das Ungeborene beschäftigen. Diese Auswirkungen ergeben sich dann, wenn die Mutter während der Schwangerschaft oder Geburt selbst raucht bzw. den Rauch anderer passiv einatmet. Nach der Geburt kann das Kind weiterhin dem Passivrauch der Umgebung ausgesetzt sein, was ebenfalls Schäden unterschiedlichen Ausmaßes zur Folge hat.

Bitte beachten Sie: Jede täglich gerauchte Zigarette der Mutter verursacht 9g geringeres Geburtsgewicht. Jede täglich gerauchte Zigarette des Vaters (Passivrauch) verursacht zusätzlich 6g weniger Geburtsgewicht.

Prae- und perinatale Auswirkungen Postnatale Auswirkungen
  • erhöhtes Abortrisiko
  • erhöhtes Fehlgeburtsrisiko in der Frühschwangerschaft
  • verstärktes Leiden an allgemeinen Schwangerschaftsbeschwerden
  • Zunahme der Herzfrequenz des Kindes
  • Veränderung des vegetativen Systems in Richtung Minderdurchblutung
  • Nervosität und Unruhe des Kindes
  • Sauerstoffmangel als Dauerzustand
  • fetale Strumabildung (Kropf)
  • Gefäßverengungen und -veränderungen im Bereich der Plazenta
  • morphologische Veränderungen der Plazenta
  • erhöhter Prozentsatz an Blutungen,vorzeitiger Plazentaablösung, und vorzeitigem Blasensprung
  • häufige Komplikationen während der Schwangerschaft
  • Durchblutungsstörungen der Mutter
  • gefährliche Herzfrequenzabfälle des Kindes während der Geburt
  • verminderte Lungenfunktion des Kindes während der Geburt
  • erhöhte perinatale Sterblichkeit
  • häufige Kaiserschnittentbindungen durch Beckenlage
  • Spaltbildung im Kiefer-Gaumen-Bereich
  • verringertes Geburtsgewicht um 200-300g, bzw. Gewicht von weniger als 2500g
  • starke Wachstumsretardierung auch nach der Geburt, welche zum Teil erst nach einigen Jahren aufgeholt wird
  • körperliche und geistig-soziale Retardierung
  • erhöhtes Krebs- und Leukämierisiko
  • erhöhtes Allergierisiko
  • erhöhte Gefahr des plötzlichen Kindstods

 

 

Alkohol


Alkohol ist die häufigste bekannte Substanz, die Fehlbildungen in der Schwangerschaft verursacht. Vor 20 Jahren wurde erstmals vermutet, dass Alkoholismus in der Schwangerschaft zu einer spezifischen Kombination von Fehlbildungen, dem so genannten "fetalen Alkoholsyndrom", führen kann. Die betroffenen Kinder sind sowohl körperlich als auch geistig - intellektuell und in ihrer sozialen Reifung beeinträchtigt. In Deutschland werden jährlich etwa 2000 Kinder mit dieser Kombination von Fehlbildungen geboren, nicht gerechnet die gering ausgeprägten Formen einer Alkoholschädigung, die sich z.B. nur als Konzentrationsstörungen bemerkbar machen.

Etwa 80 % der Frauen trinken während der Schwangerschaft Alkohol!

Alkohol (genauer gesagt: Äthanol bzw. Äthylalkohol) wirkt auf das Ungeborene  indem er  nach dem Trinken rasch aus Magen und Darm ins Blut aufgenommen wird. Maximale Konzentrationen werden im Blut 1-2 Stunden nach dem Trinken erreicht. Zu 90 % wird Äthanol in der Leber verstoffwechselt, wobei als Stoffwechselprodukt unter anderem Acetaldehyd entsteht. Sowohl Äthanol als auch Acetaldehyd gelangen über den Mutterkuchen in das ungeborene Kind und führen zu einer Schädigung der kindlichen Zellen und Organe.

Bislang galt als ungeklärt, ob gelegentlicher Alkoholgenuß in der Schwangerschaft völlig ungefährlich für die Entwicklung des Kindes ist. Neue Erkenntnisse haben jedoch britische Forscher aus Bristol in einer Studie niedergelegt. Der Effekt von geringen Alkoholmengen mit über 9000 jungen Müttern und ihren Kindern wurde untersucht. 44 Prozent der Mütter tranken während der Schwangerschaft gar keinen Alkohol, 40 Prozent weniger als ein Glas und 16 Prozent mehr als ein Glas pro Woche. Die im Alter von vier, sieben und neun Jahren nachuntersuchten Kinder wurden auf Verhaltensauffälligkeiten geprüft. Das überraschende Ergebnis: Vor allem viele Mädchen unter den untersuchten Kindern hatten schon bei einem Glas Bier oder Wein in der Woche zwar leichte aber anhaltend negative Folgen in ihrer Entwicklung.

Das Vorkommen einer spezifischen Kombination von kindlichen Fehlbildungen und Auffälligkeiten, das so genannte "fetale Alkoholsyndrom" wurde jedoch bisher nur bei alkoholkranken Müttern beschrieben, also bei Frauen, die regelmäßig größere Mengen von Alkohol tranken. Insbesondere das regelmäßige Trinken von Alkohol ist also gefährlich. Es bringen jedoch nicht alle alkoholabhängigen Mütter Kinder mit einer ausgeprägten Schädigung zur Welt. Das Risiko für das Kind steigt mit zunehmender Dauer und zunehmendem Schweregrad der Alkoholkrankheit (=Alkoholismus) der Mutter. In der chronischen Phase des Alkoholismus sind über 40 % der Nachkommen meist schwer geschädigt.

Zwischen der täglich getrunkenen Menge Alkohol und dem Schweregrad der Schädigung des Kindes kann man jedoch keine feste Beziehung festlegen. Wenig trinkende Mütter haben zum Teil schwer geschädigte Kinder geboren, andererseits gab es viel und exzessiv trinkende Mütter, die kaum oder nur leicht geschädigte Kinder zur Welt brachten. Offensichtlich gibt es hier, wie auch für andere Folgen des Alkoholismus (z.B. die Leberzirrhose), unterschiedliche Empfindlichkeit für die Folgen des Alkohols. Tendenziell lässt sich aber natürlich schon sagen, dass exzessives Trinken gefährlicher ist als weniger starkes.

Da man - wie gesagt - keinen Grenzwert festlegen kann, unter dem Alkohol sicher nicht schädigend wirkt, sollte man unbedingt während der Schwangerschaft darauf verzichten. Besonders gefährlich ist jedoch das regelmäßige Trinken von Alkohol, dabei sollte man auch an alkoholhaltige "Stärkungsmittel" und Medikamente denken.

Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft ist eine der häufigsten Ursachen für eine Verzögerung der geistigen Entwicklung bei Kindern. Kinder von alkoholkranken Müttern zeigen im Durchschnitt eine schwächere Leistung in Intelligenztests. Fast 90 % der Kinder mit einem Alkoholschaden sind minderbegabt, die meisten von ihnen besuchen eine Schule für Lern- oder Geistigbehinderte. Sie sind im allgemeinen auch weniger aufmerksam und zappeliger als andere Kinder. Die letztere Beobachtung macht man auch bei Kindern von Müttern mit einem mittelgradigen, sozial noch nicht als Alkoholismus eingestuften Trinkverhalten.

Schwer alkoholgeschädigte Kinder können bereits bei Geburt einen zu kleinen Kopf haben. Der Kopf bleibt aber häufig erst später in seiner Größenentwicklung zurück. Solche Kinder sind häufig in ihrer geistigen Entwicklung zurückgeblieben, auffällig übererregbar und -aktiv und zeigen Muskelschwäche und unkoordinierte Bewegungen. Nicht selten entwickeln sie ein Krampfleiden.

Alkohol wirkt jedoch auch auf die inneren Organe des Kindes. Als so genanntes fetales Alkoholsyndrom bezeichnet man eine spezifische Kombination von Fehlbildungen und Entwicklungsauffälligkeiten bei Kindern alkoholkranker Mütter. Dazu werden zum einen die bereits oben erwähnten Auffälligkeiten des Kopfwachstums und der geistigen Entwicklung gezählt. Zum anderen können folgende Auffälligkeiten auftreten:

  • Minderwuchs, niedriges Gewicht, wenig Unterhautfettgewebe
  • Auffälligkeiten im Gesichtsbereich, z.B. Falte am Augeninnenrand, hängende Augenlider, verkürzter Nasenrücken, schmales Lippenrot, Gaumenspalte, fliehendes Kinn
  • Auffälligkeiten an Armen und Beinen, z.B. Verkürzung des Kleinfingers, auffällige Handfurchen
  • Fehlbildungen innerer Organe, z.B. Herzfehler, Auffälligkeiten der Genitalien und der Harnwege.


Nachuntersuchungen alkoholgeschädigter Kinder ergaben, dass die äußerlichen Auffälligkeiten und Fehlbildungen- insbesondere die Gesichtsauffälligkeiten - mit zunehmendem Alter weniger ausgeprägt sind.

Auch bezüglich Intelligenz- und Sprachentwicklung zeigen sich mit zunehmendem Alter bei einigen Kindern Verbesserungen, wobei jedoch schwer betroffene Kinder kein normales Niveau erreichen und geistig behindert bleiben. Selbst Kinder mit einem leichten fetalen Alkoholsyndrom (Grad I) besuchen später häufig keine normalen Schulen.

Auch die Verhaltensauffälligkeiten wie z.B. Ungeschicklichkeit, Essprobleme, Probleme im Umgang mit Geschwistern können sich im Laufe der Zeit zurückbilden, wobei jedoch Hyperaktivität und leichte Ablenkbarkeit meist erhalten bleiben. Wahrscheinlich sind Verhaltensauffälligkeiten auch häufig durch das soziale Umfeld mitbedingt, so daß die Besserung eher auf die gebesserten Verhältnisse in Pflege- und Adoptivfamilien als auf einen Rückgang des alkoholbedingten Hirnschadens zurückgeführt werden kann.

Niedrige Körpergröße und -gewicht können sich mit zunehmendem Alter leicht ausgleichen, während ein zu kleiner Kopf zu klein bleibt.Eine umfangreiche Studie fasst die möglichen Folgen eines zu hohen Alkoholkonsums der Mutter auf das Kind wie folgt zusammen. Die Anamneseerhebung zur Ermittlung der Symptome wurde im Alter von 3 Jahren oder älter durchgeführt.

Bitte beachten Sie: Die Alkoholkonzentration im Blut des Ungeborenen ist doppelt so hoch wie im Blut der Mutter und bleibt über einen längeren Zeitraum bestehen! Die Leber des Ungeborenen ist nicht dazu in der Lage Alkohol abzubauen.

Hirnorganische Störungen
  • Konzentrationsschwäche
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Sprachentwicklungsverzögerungen
  • Beeinträchtigung des logischen Denkens und Lösens komplizierter Probleme
  • Einschränkung des phantasievollen Denkens
  • Beeinträchtigung des Erinnerungs-vermögens
Verhaltensstörungen und soziale Reifung
  • Hyperaktivität
  • Distanzlosigkeit, Verführbarkeit
  • erhöhte Risikobereitschaft
  • stereotype Bewegungen
  • faciale Ticks
  • Haareausreißen
Emotionale Störungen
  • überwiegend gehobene Gemütsverfassung, fröhlich, zugewandt, kontakt- und mitteilungsfreudig
  • sehr selten depressiv, introvertiert oder autistisch
  • instabile Gefühlsäußerungen (schneller Wechsel zwischen Lachen und Weinen)
  • mangelnde Affektkontrolle
  • eher mürrische und trotzige Grundstim- mung des späteren Erwachsenen
Motorische Störungen

Störungen im motorischen Bereich sind eher bei höhergradiger Schädigung auffällig.
  • ungleichförmige, zielunsichere Bewegungsabläufe
  • Störungen der Ausdrucksmotorik
  • Störungen vor allem im feinmotorischen Bereich
  • fehlende Koordination der an einer Bewegung beteiligten Muskelgruppen
  • Gleichgewichtsstörungen
  • überschießende Bewegungsabläufe beim gezielten Greifen
  • grobschlägiger Tremor bei massiver Alkoholschädigung
Eß- und Schluckstörungen

Diese Störungen sind wahrscheinlich durch eine angeborene muskuläre Saugschwäche verursacht.
  • Saug-, Eß- und Schluckstörungen, gehäuft in den ersten zwei Lebensjahren
  • Verweigerung von fester Nahrung
  • langes Kauen an einem Bissen
  • Ansammeln von Nahrung im Mund

 

 

Koffein


Auch von zu hohem Kaffeekonsum wird Schwangeren abgeraten, weil eine tägliche Aufnahme von mehr als 600 mg Koffein die Abortrate erhöhen und einen Anstieg von Frühgeburten verursachen dürfte. Starke Kaffeetrinker nehmen übrigens pro Tag bis zu drei Gramm Koffein zu sich. In der Schwangerschaft sollten Frauen daher täglich nicht mehr als 400 mg Koffein konsumieren, das entspricht 2 — 3 Tassen Kaffee.

Achtung: nicht nur Kaffee enthält Koffein – auch in Cola, Tee, Kakao und Schokolade ist Koffein enthalten.

Sicher ist, dass Koffein den Herzschlag und den Stoffwechsel des Babys erhöht. Das Koffein bleibt sehr lange im Blut des Babys — das Stresshormon Adrenalin erhöht sich. Das Baby wird unruhig und nervös und beginnt sich heftig zu bewegen. Außerdem beeinträchtigt Koffein die Aufnahme von Eisen und schwemmt Kalzium aus dem Körper.

Darum eine Empfehlung an die zukünftigen Mamis: Ersetzen Sie ihren geliebten Frühstückskaffee für die nächste Zeit durch einen frisch gepressten Fruchtsaft – Ihr Baby wird es Ihnen danken!  


Harte Drogen


Immer mal wieder begegnen wir Schwangeren, die harte oder so genannte Designerdrogen konsumieren. Es soll wenigstens kurz auf den derzeitigen Stand der Forschung eingegangen werden.

Bei den illegalen Drogen Cannabis und LSD wurden im Tierversuch zwar Chromosomenschädigungen festgestellt, teratogene Schäden bei Kindern Cannabis- oder LSD-konsumierender Schwangerer konnten jedoch nicht eindeutig belegt werden. Im Tierversuch wurde nachgewiesen, dass Cannabiskonsum in der Schwangerschaft die Bildung von Ausstülpungen der entstehenden Nervenzellen verhindert. Wir erlauben uns dennoch die Empfehlung abzugeben auch hiervon die Finger zu lassen.

Sichere teratogene (d.h. den Embryo schädigende) Effekte wurden beim Cocainkonsum Schwangerer festgestellt u.a. Frühgeburtlichkeit, niedriges Geburtsgewicht (unter 2500 g), kongenitale Mikrozephalie, vorzeitige Plazentalösung und perinataler Tod. Ebenso sind Hirnfehlbildungen und -aufbaustörungen bei Cocain - geschädigten Kindern häufiger. Hinzu kommen, besonders bei Crackkonsum der Schwangeren starke Entzugserscheinungen des Neugeborenen.

Ähnliche Symptome einer passiven Abhängigkeit, wie Zittern, Hypererregbarkeit, reduzierte Schlafzeiten, Hypertonie, schrilles Schreien, aber auch gastrointestinale Symptome wie Meteorismus, Diarrhoe und Erbrechen, sowie hektisches, ineffektives Saugen, zeigen die Neugeborenen bei heroin- oder methadonabhängigen Müttern. Diese Entzugssymptome treten gewöhnlich in den ersten 24 Stunden nach der Geburt auf. Ihr Ausprägungsgrad ist von der Dauer des Langzeitkonsums, der vorher konsumierten Dosis und der Höhe der Dosis in den letzten 24 Stunden vor der Geburt abhängig. Aus diesem Grunde wird eine Methadon - Substitution mit ausschleichender Dosierung für Mutter und Kind empfohlen.

 

Als Mitglied unserer Community können Sie Fragen zu diesem Thema in diesem Forum stellen. Auch für weitere Anregungen sind wir dankbar.

Weitere Informationen zu diesem Thema zur Ansicht oder Download:

Wie Cannabis die pränatale Hirnentwicklung stören könnte - Eine Zusammenfassung

Video: Rauchen und Alkohol in der Schwangerschaft