Stress (engl.: Druck, Anspannung; lat.: stringere: anspannen) bezeichnet zum einen durch spezifische äußere Reize (Stressoren) hervorgerufene psychische und physische Reaktionen bei Lebewesen, die zur Bewältigung besonderer Anforderungen befähigen, und zum anderen die dadurch entstehende körperliche und geistige Belastung.

Stress wird von jedem Menschen sehr individuell wahrgenommen.  Folgt man einer wissenschaftlichen Definition, so ist Stress zum einen eine durch spezifische äußere Reize (Stressoren) hervorgerufene psychische und physiologische Reaktionen, die zur Bewältigung besonderer Anforderungen befähigen, und zum anderen die dadurch entstehende körperliche und geistige Belastung. Die Stressoren können sehr unterschiedlich sein z.B. Angst, Geld- oder Zeitmangel, Mobbing, zu große Verantwortung, Arbeitsüberlastung usw.  Ebenso unterschiedlich kann die Reaktion auf Stress sein: Schlaf- oder Appetitlosigkeit, Verwirrung, Weinen, mangelnde Kreativität etc. Darüber hinaus kann es auch zu leichten oder auch schweren Krankheiten kommen. Stress ist in Deutschland die zweithäufigste Todesursache. Nach Angaben des Bundesamtes für Statistik starben im Jahr 2005 190.000 Menschen an den Folgen von Stress.

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Vereinfacht gesagt werden in Stresssituationen die Katecholamine Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin freigesetzt und über Vermittlung des Corticotropin-releasing hormone (CRH) das ACTH frei gesetzt, das die Synthese und Ausschüttung des Cortisols aus der Nebennierenrinde stimuliert. Die ursprüngliche Funktion dieser Stresshormone ist das Freisetzen der Energiereserven des Körpers, als Vorbereitung auf eine bevorstehende Flucht oder einen Kampf – beides unmittelbare Reaktionen auf eine Stress - Situation.

Cortisol ist ein wichtiger Botenstoff des Körpers, und es ist wichtig einen ausgeglichenen Spiegel im Körper zu halten. Zu wenig führt zu Muskelschwäche, ein dauerhaft zu hoher Cortisolspiegel kann jedoch zu Nervenschäden, Darmgeschwüren und einer allgemein erhöhten Krankheitsanfälligkeit führen. Während der Schwangerschaft spielt das Cortisol eine Schlüsselrolle für die Reifung vieler Körpersysteme des Ungeborenen, wie z.B. Leber, Lunge und Immunsystem. Auch das Kind produziert mit seinen Nebennieren Cortisol.

Normalerweise wird das mütterliche Cortisol von der Plazenta ausgefiltert und gelangt so nicht zum Ungeborenen. Erst wenn der mütterliche Cortisolspiegel über einen längeren Zeitraum sehr hoch liegt (das kann z.B. dann passieren, wenn die werdende Mutter das Gefühl hat, in der Falle zu sitzen und am liebsten davonlaufen würde) wird die Plazentabarriere außer Kraft gesetzt. Auch bei einer Plazenta, die sich in der Frühschwangerschaft nicht normal entwickelt hat, z.B. durch Mangelernährung der Mutter, kann zu viel mütterliches Cortisol ins Blut des Kindes gelangen.

Wie sich Stress auf das Kind im Mutterleib auswirken kann, ist nachfolgend beschrieben. Deshalb ist es von Vorteil, wenn sich betroffene Personen mit Stressbewältigungstechniken beschäftigen. Zur Selbsthilfe werden neben sportlicher Betätigung und gesunder Ernährung häufig Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen empfohlen.

Das Cortisol stellt nicht nur einen Teil unserer Stressreaktion dar, sondern ist auch Bestandteil eines Rückkoppelungsystems. Dessen Aufgabe besteht darin, Stressreaktionen nicht außer Kontrolle geraten zu lassen: bei steigender Cortisolproduktion in einer Stresssituation sorgen Rezeptoren in unserem Gehirn ab einer bestimmten Konzentration dafür, dass die Produktion gebremst wird. Das funktioniert im Grunde genauso wie ein Heizungsthermostat in der Wohnung: ein Temperaturfühler vergleicht ständig, ob die tatsächliche Raumtemperatur mit dem eingestellten Sollwert übereinstimmt. Sinkt die Temperatur, schaltet sich die Heizung an, bis Ist- und Sollwert übereinstimmen.

Ist ein Kind im Mutterleib dauerhaft hohen Cortisolspiegeln ausgesetzt, so wird sein „Cortisolthermostat“ im Gehirn neu geeicht, indem weniger Rezeptoren angelegt werden. Das ist in etwa so, als wäre das Heizungsthermostat in der Außenwand angebracht. Erst wenn die Wand die Solltemperatur erreicht hat, hört die Heizung mit dem Heizen auf, auch wenn der Raum bereits wesentlich wärmer ist.

Solange das Baby im Mutterleib lebt, hat dies keinerlei Auswirkungen. Erst nach der Geburt  wirkt sich die Neueinstellung des Thermostates beim Auftreten von Stress aus, indem das unempfindliche Cortisolrückkoppelungsystem erst bei stark erhöhten Cortisolwerten herunterfährt. Das Ergebnis ist ein lebenslang überaktives Stressreaktionssystem mit erhöhten Cortisolspiegeln. Diese Reaktion mag sinnvoll sein, wenn ein Kind in eine gefährliche Umwelt hineingeboren wird. So kann der betroffene Mensch wachsamer und empfindlicher auf Gefahrensituationen reagieren und somit schneller handeln. In einer weniger gefährlichen Umwelt kann es aber in Alltagssituationen zu Überreaktionen kommen.  Dadurch geraten die betroffenen Menschen schneller als andere in Stress, z.B. bei Belastungen wie Beziehungsproblemen oder Schwierigkeiten am Arbeitsplatz. Sie antworten in solch einer Situation mit einer heftigeren „Flucht- oder Kampfreaktion“ , als es in unserer Gesellschaft hilfreich und angemessen ist.

Außerdem  schwächt ein erhöhter Cortisolspiegel viele Zellarten, und Zellen, die ständig Stress ausgesetzt sind, altern schneller. Über einen Zusammenhang zwischen Stress und Herz- Kreislauf- Erkrankungen wird seit drei Jahrzehnten lebhaft diskutiert. Auch wird eine Verbindung vermutet zwischen einem Überschuss an Cortisol und einem beschleunigten Alterungsprozess im Hippocampus, der für unser Gedächtnis zuständig ist.

Vermutlich geschieht die oben geschilderte Neueichung des  Stressrückkoppelungssystems im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel, wenn in der Großhirnrinde die wichtigsten Schichten der grauen Substanz gebildet werden und sich das Kind auf den Geburtsstress vorbereitet.

Eine andere mögliche Antwort auf chronischen Stress ist das Aufgeben, oder anders formuliert wird eine Depression entwickelt. Viele Studien haben gezeigt, dass depressive Menschen einen ständig erhöhten Cortsisolspiegel zeigen. Bei gesunden schwankt der Cortisolgehalt im Blut im Laufe des Tages mit einer typischen Spitze in den Morgenstunden und einem Tiefpunkt nachts während des Schlafes. Diese Höhen und Tiefen sind bei depressiven Menschen abgeschwächt. Zusammen mit dem ständig erhöhten Cortisolspiegel weist dies auf eine ständig aktive Stressreaktion hin. Im Tierversuch zeigen Tiere, die chronischem Stress ausgesetzt sind typischen Zeichen einer Depression wie Lethargie, Appetitverlust, Ängstlichkeit. Auch wenn noch nicht vollständig geklärt ist, wie Depressionen entstehen, so deuten doch  Beobachtungen darauf hin, dass Menschen, die überempfindlich auf Stress reagieren, anfälliger für Depressionen sind.

Eine weitere Auswirkung des Cortisolanstieges beim Ungeborenen hängt mit der Neurotransmitterregulation zusammen. Vereinfacht ausgedrückt sind die Neurotransmitter die Botenstoffe, mit denen die Nervenzellen untereinander kommunizieren. Ein Ungleichgewicht dieser Botenstoffe kann zu kognitiven Problemen führen: verminderte Aufmerksamkeit, verlangsamtes Lernen. Auch bei dem immer weiter verbreiteten ADS  handelt es ich um eine Neurotransmitterdysregulation.
 
Kinder, deren Mütter während des ersten Schwangerschaftsdrittels mit starken seelischen Belastungen konfrontiert waren, erkranken im späteren Leben häufiger an Schizophrenie. Dies ist das Ergebnis einer britischen Studie, in der Wissenschaftler um Ali S. Khashan von der Universität von Manchester untersuchten, inwieweit sich psychische Belastung der werdenden Mutter negativ auf das Ungeborene auswirkt.

Hier stehen  bestimmte Stressoren (chemische Botenstoffe), die von der Mutter ausgeschüttet werden, im Verdacht die fetale Hirnentwicklung zu beeinflussen und das Risiko für eine Schizophrenie zu erhöhen.


Sport


Bewegung macht den Kopf frei, hebt die Stimmung, senkt den Stressfaktor - und bereitet perfekt auf die Geburt vor!

Ab und zu mit Vergnügen, aber nicht grundsätzlich. Denn heute weiß man, dass vieles dafür spricht, auch in der Schwangerschaft Sport zu treiben, immer vorausgesetzt, Mutter und Baby geht es gut. Besonders empfehlenswert ist alles was die Kondition verbessert. Denn eine Schwangerschaft ist eine sportliche Herausforderung für den Körper einer Frau: Die Entwicklung des Ungeborenen erfordert die Zusammenarbeit aller körpereigenen Systeme, genauso, wie es auch alle sportlichen Aktivitäten tun. Herz-Kreislauf, Stoffwechsel, Atmung und der gesamte Bewegungsapparat werden in diesen 40 Wochen verstärkt beansprucht. Die ideale Ergänzung zu dieser Herausforderung sind Ausdauersportarten, weil sie Energie liefern, Stress abbauen helfen und das Durchhaltevermögen sowie Selbstvertrauen steigern - ideal im Hinblick auf das Finale: die Geburt.


Lassen Sie es langsam angehen!

Die Ansicht, dass Sport während der Schwangerschaft ein Tabu wäre, ist also längst  passè. Trotzdem sollten werdende Mütter es vor allem zu Beginn der Schwangerschaft ein wenig langsamer angehen lassen. Vor allem in den ersten 18 Schwangerschaftswochen raten dänische Forscher in einer neuen Studie dazu, lieber im Schwimmbad seine Bahnen zu ziehen als etwa allzu häufig zu joggen, zu walken oder den Aerobic - Kurs zu besuchen. Je gefestigter die Schwangerschaft dann im Laufe der Wochen ist, um so mehr überwiegen aber auch nach Meinung der skandinavischen Wissenschaftler die positiven Auswirkungen der sportlichen Betätigung auf die Schwangere.


Was bringt Sport in der Schwangerschaft?

  • Babys trainierter Frauen kommen besonders vital auf die Welt.
  • Schaukeln im Mutterleib fördert die Entwicklung des Kindes, ganz besonders die Sinnesorgane.
  • Den künftigen Müttern verhilft Bewegung zu einer besseren Körperhaltung.
  • Den typischen Schwangerschaftsbeschwerden (Rückenschmerzen, Venenstau, Wadenkrämpfe, Hämorrhoiden) wird vorgebeugt.
  • Ein gutes Körpergefühl hebt die Laune.

 

Welche Sportarten sind geeignet?  

Welche Ausdauersportarten sind empfehlenswert?  
Aquajogging ++++
Aquafitness ++++
Ausdauergymnastik ++
Ballsportarten -
Ellipsentrainer ++++
Inline - Skating ++++
Jogging -
Nordic - Walking ++++
Radfahren ++++
Fahrradergometer ++++
Rollschuh- / Eilaufen -
Schwimmen ++++
Skilanglauf ++
Stepper ++++
Tanzen ++++
Walking ++++

Erklärung: ++++ =  ideal, ++ = bedingt geeignet, - = nicht geeignet

Nicht alles, was fit hält, bekommt dem Babybauch: Dass man während der Schwangerschaft auf riskante Sportarten wie Tiefseetauchen, Drachenfliegen oder Klettern lieber verzichtet, dürfte klar sein. Für Schwangere sind aber auch Sportarten mit abrupten Bewegungsabläufen ungünstig, weil sie die Gelenke zu sehr belasten. Dazu gehören beispielsweise Squash, Tennis, Basketball oder Volleyball.


Ideal sind Ausdauersportarten: Radfahren, Walken, Schwimmen, Spazierengehen oder Trainingseinheiten auf dem Stepper. Entscheidend ist, dass regelmäßig über einen längeren Zeitraum trainiert wird, nicht nur ab und zu, kurz und heftig. Denn Ausdauertraining verbessert nicht bloß die Kondition, auch Herz und Lunge arbeiten ökonomischer und pumpen pro Herzschlag mehr Blut in den Kreislauf, so dass der mütterliche und kindliche Organismus optimal mit Sauerstoff versorgt wird.

Schon vor der Schwangerschaft trainiert zu haben, ist optimal. Aber auch für Sportmuffel lohnt es, sich einen Ruck zu geben und etwas für die eigene Gesundheit und die des Kindes zu tun. Aber: Fragen Sie zur Sicherheit lieber den Arzt, ob irgendwas gegen ein Plus an Bewegung spricht. Es gibt durchaus medizinische Gründe, die körperliche Belastungen während der Schwangerschaft verbieten können - etwa stark erhöhter Blutdruck, vorzeitige Wehen oder Vorerkrankungen der Mutter. Für schwangere Frauen ist es deshalb wichtig, auch beim Thema Sport immer einen Ansprechpartner zu haben: Den Gynäkologen, einen Sportmediziner oder eine Hebamme mit sportmedizinischen Kenntnissen.

Wer vor der Schwangerschaft kaum Sport gemacht hat, sollte sanft beginnen und genau auf sein Gefühl hören: Wenn es unangenehm wird und man vor lauter Hecheln und Herzklopfen kaum mehr sprechen kann, sollte man kürzer treten oder aufhören! Um herauszufinden, wie fit Sie sind und wie Sie in Ihr neues Sportprogramm einsteigen können, stellen wir im folgenden drei Fitnesstypen vor:


Die Anfängerin

Sie haben wenig Erfahrung mit Sport und in der Vergangenheit höchstens sporadisch oder so gut wie nie Sport getrieben? Dennoch: Während der Schwangerschaft können Sie enorm an Beweglichkeit und Kondition zulegen. Warten Sie bis zur 15. Schwangerschaftswoche, bevor Sie mit einer Sportart beginnen (immer vorausgesetzt, Ihr Gynäkologe stimmt dem grundsätzlich zu). Starten Sie behutsam: Trainieren Sie ein- bis zweimal in der Woche, zuerst 15 bis 20 Minuten. Steigern Sie die Trainingsdauer langsam auf 30 bis 45 Minuten, sobald Sie merken, dass Ihre Kondition besser wird. Wichtig: Immer genug trinken!


Die Freizeitsportlerin

Sie haben regelmäßig zwei- bis dreimal in der Woche Ausdauersport gemacht, sind zum Beispiel gejoggt oder haben getanzt und das schon mindestens drei Monate vor Beginn ihrer Schwangerschaft. Und so bewahren Sie Ihre Fitness über die Zeit der Schwangerschaft hinaus: Behalten Sie den Trainingsumfang bei, auch in den ersten Wochen. Mit fortschreitender Schwangerschaft sollten Sie die Intensität des Trainings dann aber reduzieren und die Übungen etwas langsamer angehen. Und zwar so, dass Sie sich nach dem Training nie völlig erschöpft fühlen.

Wer Probleme mit den Gelenken bekommt und sich beim Radfahren oder beim Joggen nicht mehr wohl fühlt, wechselt am besten zum Gelenke schonenden Aquatraining. Wer bislang gejoggt ist, kann es alternativ mit Walking versuchen. Generell gilt: Eine Trainingseinheit darf etwa 45 bis 60 Minuten dauern und kann ruhig zwei- oder dreimal die Woche stattfinden.


Die Leistungssportlerin

Sie haben mindestens sechs Monate vor Beginn Ihrer Schwangerschaft trainiert, sind vier- bis sechsmal pro Woche Rad gefahren, geschwommen oder haben Tennis gespielt? Auch für Sie gilt: Mit fortschreitender Schwangerschaft sollten Sie es etwas ruhiger angehen lassen und nicht mehr ganz so intensiv trainieren. Vorschlag: Ab dem vierten Schwangerschaftsmonat trainieren Sie "nur" noch viermal die Woche und "genehmigen" sich mindestens eine Wassereinheit in der Woche, indem Sie schwimmen gehen oder Aquatraining machen.

Wenn Sie Ausdauer- und Krafttraining betreiben: Achten Sie darauf, dass Sie nicht beides am selben Tag trainieren, das ist dann definitiv zu viel.

Für jeden Typ: die 8 wichtigsten Trainingstipps

  1. Treiben Sie regelmäßig und moderat Sport: Möglichst zweimal, jedoch nicht häufiger als viermal die Woche. Tipp: Mit dem Partner oder der Gruppe macht das Training noch mehr Spaß.
  2. Achten Sie auf Ihren Puls, denn rasen sollte er nie: Ideal ist es, wen die Herzfrequenz während der Schwangerschaft 140 bis 150 Schläge pro Minute nicht übersteigt. Außerdem sollte diese relativ hohe Frequenz nicht länger als 20 Minuten beim Sport anhalten. Mit einer Pulsuhr lässt sich der Pulsschlag gut kontrollieren.
  3. Gehen Sie nie an ihre Belastungsgrenze, denn eine Überhitzung des Körpers (Hyperthermie) kann dem Ungeborenen schaden. Eine gute Kontrolle bietet der so genannte Talk - Test: Auch unter Belastung sollte Sie in der Lage sein, eine Unterhaltung aufrecht zu erhalten, dann ist die Trainingsintensität okay. Und nie vergessen: Immer ausreichend trinken und atmungsaktive Kleidung tragen.
  4. Gönnen Sie Ihrem Körper nach jeder Belastung eine 24-stündige Erholungsphase, damit er sich vollständig regenerieren kann.
  5. Sparen Sie nicht mit Kalorien: Ab der zehnten Schwangerschaftswoche erhöht sich der tägliche Energiebedarf um etwa 300 Kalorien. Auf die sollten Sie auf keinen Fall verzichten, sie aber auch sinnvoll zusammenstellen: Ideale Energielieferanten sind komplexe Kohlehydrate (enthalten in Vollkornprodukten) und Vitamine (Frischobst und Gemüse).
  6. Seien Sie einfühlsam: Niemand kennt Ihren Körper so gut wie Sie selbst. Achten Sie auf Veränderungen und spüren Sie, wie viel Bewegung Ihnen gut tut. Auch wenn Sie topfit sind - es wird immer Tage geben, an denen Ihnen nicht nach körperlicher Anstrengung zumute ist. Hören Sie deshalb genauer auf Ihre innere Stimme.
  7. Achten Sie auf Ihre Gelenke: Gelenkschonende Sportarten sind anderen zwar immer überlegen, aber in der Schwangerschaft ist das von besonderer Bedeutung. Während der Schwangerschaft wird nämlich vermehrt der Botenstoff Relaxin ausgeschüttet; der erhöht die Dehnbarkeit der Sehnen und Bänder und damit gleichzeitig auch die Verletzungsgefahr.
  8. Vertrauen Sie Profis, vor allem, wenn Sie in einem Fitnessstudio trainieren: Falsche Bewegungsabläufe und Techniken führen leicht zu einer Fehl- und Überbelastung der Wirbelsäule und der Gelenke. Also lieber einmal mehr als einmal zu wenig nachfragen.

 

 

Entspannungs- und Ergänzungsübungen


Massagen in der Schwangerschaft sind ein fantastischer Weg um zu entspannen. Im Handel gibt es viele Bücher mit Tipps und Tricks für Massagen, die zur Entspannung beitragen können. Sicher können auch Ihr/e Arzt/Ärztin oder Ihre Hebamme Ihnen Tipps, vielleicht auch für entsprechende Kurse mit Ihrem Partner, geben. Sollten Sie eine Aromatherapie machen oder ätherische Öle benutzen, vergewissern Sie sich bitte, ob Sie diese gefahrlos während der Schwangerschaft anwenden können, da sich einige Öle während des ersten oder letzten Schwangerschaftsdrittels nicht eignen. Öle, die Lavendelöl, Zitrusöl oder Ylang Ylang enthalten, sind meist unbedenklich. Trotzdem sollten Sie einen professionellen Aromatherapeuten befragen. Die Reflexzonenmassage ist auch eine wunderbare Art zu entspannen. Erfragen Sie vorher, ob der Therapeut im Umgang mit schwangeren Frauen ausgebildet ist. Es gibt keinen Beweis dafür, dass Reflexzonenbehandlung eine Fehlgeburt auslöst, dennoch sollten Sie unbedingt Ihre Hebamme nach einem/r guten Therapeuten/in fragen. Einige Mütter haben Bachblütenprodukte für sich entdeckt. Diese pflanzlichen Tropfen sind in Reformhäusern oder Apotheken erhältlich und können gegen Stress und Panik helfen, vor allem die Mischung namens "Rescue".  

Auch Meditation und positive Wahrnehmungstechniken können helfen. Meditation ist eine Art der Entspannung, in der Konzentration eine große Rolle spielt. Wesentlich ist in jedem Fall ein Zustand der "entspannten Aufmerksamkeit". Förderlich ist eine Umgebung ohne Störreize, bzw. die Fähigkeit, seine Sinne ruhen zu lassen.

Die positive Wahrnehmung ist eine Technik, durch die Sie sich mit positiven Gedanken und friedvollen Bildern vor Ihrem geistigen Auge von Ihren Ängsten befreien. Sollten Sie so etwas zuvor noch nicht versucht haben, finden Sie in Buchhandlungen Bücher über diese Art von Entspannungstherapien. Kaufen Sie sich einige Kassetten oder CDs mit spezieller Entspannungsmusik, die Sie im Hintergrund laufen lassen - sie sind wunderbar um abzuschalten. Nehmen Sie sich mindestens 30 Minuten Zeit, in denen Sie ungestört sein sollten.

Selbstverständlich sind auch Yoga und autogenes Training sehr zu empfehlen.


Geburtsvorbereitung


Jede Frau macht sich Gedanken über die Geburt.  Werden Sie mit den Schmerzen zurechtkommen, wie lange werden sie dauern und wird Ihr Partner eine Unterstützung für Sie sein? Informieren Sie sich sowohl über den Beginn, als auch über die physischen und emotionalen Aspekte jeder einzelnen Phase der Geburt. Sie können sich bei einem Geburtsvorbereitungskurs anmelden und Bücher und Magazine lesen. Je mehr Sie wissen, desto sicherer werden Sie sich fühlen. Wenn Sie im Krankenhaus entbinden wollen, sollten Sie sich vorher den Kreißsaal ansehen, damit Sie wissen, was Sie erwartet. Für einige Frauen ist die Angst vor der Geburt so groß, dass sie einen Kaiserschnitt der normalen Geburt vorziehen würden. Diese Angst ist bekannt als Tokophobie und nicht ungewöhnlich. Sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder ihrem/ihrer Arzt/Ärztin über diese Ängste. Untersuchungen haben ergeben, dass dieses Problem mit der richtigen Beratung und Unterstützung gelöst werden kann.

 

Und….

Vieles wird sich in Ihrem Leben verändern. Auch wenn sie arbeiten. Sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin beginnt der Mutterschutz. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen Sie arbeiten. Nach dem Ergebnis einiger Untersuchungen macht der Arbeitsweg werdenden Müttern den meisten Stress, und mit fortschreitender Schwangerschaft wird das immer schlimmer. Fragen Sie Ihren Arbeitgeber, ob Sie die Hauptverkehrszeiten umgehen dürfen, besonders wenn Sie öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Vielleicht ist es möglich, dass Sie früher mit der Arbeit beginnen und somit auch früher Feierabend haben oder vielleicht ein, zwei Tage die Woche von zu Hause aus arbeiten können. Versuchen Sie während der Fahrt immer zu sitzen. Wenn Ihnen im vollen Bus niemand seinen Sitzplatz anbietet, bitten Sie jemanden aufzustehen. Das muss Ihnen nicht unangenehm sein - denn es ist nicht sehr sicher für Sie, wenn Sie in Bus, Bahn oder Zug hin und her schaukeln. Die meisten Menschen geben ihren Sitzplatz gern an eine Schwangere, sie müssen nur ab und zu daran erinnert werden.

Lachen ist die beste Art der Entspannung. Also: Treffen Sie sich mit ein paar Freundinnen oder gehen Sie ins Kino, um sich eine Komödie anzusehen. Machen Sie einen Wochenendtrip und verbringen Sie die meiste Zeit in Zweisamkeit mit Ihrem Partner oder ganz allein. Besuchen Sie eine Wellness - Oase, die Behandlungen für schwangere Frauen anbietet. Schwangerschaft ist die perfekte Zeit um sich all die Kosmetikbehandlungen zu gönnen, die man sich normalerweise niemals zugestehen würde. Leisten Sie sich eine Fußpflege, sobald Ihr Bauch zu groß geworden ist um sich Ihre Fußnägel selbst zu schneiden. Seien Sie gut zu sich selbst – Sie verdienen es!

 

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